Fernsehgeräte und Monitore sind mittlerweile allgegenwärtig: Von Einkaufszentren über Konferenzräume bis hin zu den heimischen vier Wänden. Bildstörungen sind überall natürlich unerwünscht! Im professionellen Bereich werden erheblich höhere Anforderungen an die Videoverkabelung gestellt als zu Hause. Man stelle sich nur einmal vor, dass es beispielsweise zu Bildstörungen bei der Flugüberwachung kommen würde. Störungen oder ein kompletter Bildausfall hätten verheerende Folgen!

Bei einer Videoverkabelung, die in der Regel auf Kupfer basiert, stellen elektromagnetische Einflüsse (EMV) grundsätzlich die größte Gefahr dar. Die Ursachen einer solchen Störstrahlung sind vielfältig: Bereits ein älteres Mobiltelefon oder auch die Nähe zu Starkstrom-führenden Leitungen können bei minderwertigen Kabeln bereits zu Bildstörungen führen. Daher ist bei Kupferkabeln eine effektive EMV-Abschirmung besonders wichtig. Da die Abschirmung bei hochwertigen Kabeln nach dem HDMI-Standard genormt ist, gibt es lediglich bei der Abschirmung der Stecker größere Unterschiede hinsichtlich der Qualität.

Der Stecker macht den Unterschied

PVC-Moulding

Aktuell hält der Markt drei unterschiedliche Ausführungen bereit. Die günstigste Variante verfügt über ein sogenanntes PVC-Moulding, welches den Stecker ummantelt. Es wird bei dieser Variante auf eine Abschirmung im Stecker verzichtet. Lediglich ausgehärteter Kunststoff hält die Adern im Stecker zusammen. Durch den eher einfachen Aufbau ist diese Version zwar günstig, aber auch entsprechend anfällig für EMV-Störungen. Dennoch sind entsprechende Kabel im Heimbereich in den meisten Fällen mehr als ausreichend.

Metallhaube

Weniger empfindlich gegenüber EMV-Strahlung ist der folgende Aufbau einer Steckerabschirmung, der sich bereits für eine Anwendung in anspruchsvolleren Umgebungen eignet: Im Stecker kommt eine Metallhaube zum Einsatz, die die Litzen im Stecker beidseitig umschließt. Der Kontakt zum Kabel wird zusätzlich mit einer 360°-Klammer der Metallhaube hergestellt. Hierfür wird die Klammer auf dem Schirmgeflecht des Kabels verpresst. Anschließend wird die Metallhaube wiederum mit einem PVC-Moulding umspritzt. Durch das Blechgehäuse ist ein grundlegender Schutz gegenüber elektromagnetischen Einflüssen gegeben.

Kupferfolie

Bei der 3. und hochwertigsten Steckerabschirmung wird neben PVC-Moulding und Blechgehäuse zusätzlich eine Kupferfolie verarbeitet. Auch hier kommt wieder die 360°-Klammer zum Einsatz, um die Verbindung zu der Kabelabschirmung herzustellen. Die Kupferfolie wird dann komplett um das Steckergehäuse bis auf den Kabelschirm umwickelt und bedeckt somit den HDMI-Stecker vollständig von allen Seiten. Somit ist ein zusätzlicher Schutz vor äußeren EMV-Störungen gewährleistet. Dieser Aufbau sorgt für bestmögliche EMV-Eigenschaften – selbst unter anspruchsvollen Einsatzbedingungen.

Für jeden Einsatzzweck das richtige Kabel

Damit es bei der Übertragung von Videosignalen nicht zu Problemen kommt, ist eine möglichst detaillierte Planung sinnvoll.

Bei der Wahl des richtigen Kabels gibt es so einige Punkte zu beachten: Zuerst muss geklärt werden, welche Distanz überbrückt werden soll. Während  sich Entfernungen bis zu 10 Meter noch mit einem hochwertigen HDMI-Kabel bewältigen lassen, muss bei Längen zwischen 10 – 40 Metern schon ein HDMI-Repeater hinzugezogen werden. Alles ab einer Distanz von 40 Metern aufwärts lässt sich dann nur noch mit einem Extender über Twisted-Pair-Kabel oder einer Glasfaserleitung realisieren.

Aber auch die örtlichen Gegebenheiten haben einen großen Einfluss darauf, welches Kabel für den vorgesehenen Zweck taugt: Werden beispielsweise hohe Anforderungen an den Brandschutz gestellt, sollte auf Glasfaserkabel statt auf Kupferkabel gesetzt werden.

Fazit

Klar, wenn im heimischen Wohnzimmer der neue Flachbildfernseher mit dem DVD-Player verbunden werden soll, genügt meist der Griff ins Regal eines beliebigen Elektronikmarktes. Bei professionellen Vorhaben sieht das aber schon ganz anders aus: Es empfiehlt sich in einem solchen Fall bereits in der Planungsphase Kontakt zum Händler oder Hersteller aufzunehmen, um die exakten Anforderungen an das Kabel zu besprechen. Diese können dann eine passende Empfehlung für den vorgesehenen Einsatzzweck geben. Sollte doch einmal der Fall eintreten, dass ein Kabel „von der Stange“ nicht alle Anforderungen erfüllt, können Kabel natürlich auch nach individuellen Kundenwünschen angefertigt werden.

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