Nicht nur in der Endflächengestaltung unterscheiden sich LWL-Steckverbinder voneinander, sondern auch in ihrer Größe. Dabei weisen die Stecker meist drei unterschiedliche Bauformen auf: die 2,5 mm-Ferrule, die 1,25 mm-Ferrule und den MT-Stecker.

Stecker mit 2,5 mm Ferrule: Der SC-Stecker

Stecker mit 2,5 mm Ferrule: Der SC-Stecker

Die 2,5 mm-Ferrule galt lange als etablierter Standard, deshalb ist sie auch heute noch weit verbreitet. Der wichtigste Vertreter dieser Steckerkategorie ist der SC-Stecker (Subscriber Connector), den es sowohl in Einzel- als auch in Duplexvariante gibt.
Der SC-Stecker ist äußerst robust und zeichnet sich durch eine geringe Einfügedämpfung von durchschnittlich 0,2 dB aus. Um eine noch geringere Einfügedämpfung zu erhalten können die SC Stecker auch als APC (Angled Physical Contact) verarbeitet werden: Die Endflächen der Ferrulen werden in einem Winkel von 8° zur Faserachse geschliffen, was eine optimale Licht- und Datenübertragung gewährleistet. Und durch sein Push-Pull-Prinzip lässt sich der SC-Stecker mit Netzwerkkomponenten sicher verbinden.

Der E-2000®-Stecker

Der E-2000®-Stecker

Einen ebenso hohen Verbreitungsgrad weist der E-2000® Stecker auf – auch er steht als Duplexvariante zur Verfügung. Der Stecker wurde speziell für Weitverkehrsnetze (Wide Area Network bzw. WAN) entwickelt und darf nur in zertifizierten Fertigungsstätten verarbeitet werden. Bei diesem Stecker können die Steckerendflächen ebenfalls schräg geschliffen zum Einsatz kommen. Zudem besitzt der E-2000® Stecker eine integrierte Staub- und Laserschutzklappe, die beim Stecken und Herausziehen automatisch vor- und zurückfährt. So beugt die Klappe Steckerverunreinigungen vor und sorgt für einen Augenschutz. Spezielle, farblich und mechanisch kodierte Entriegelungshebel gewährleisten zudem eine sichere, fehlerfreie Steckverbindung.

Der ST-Stecker

Der ST-Stecker

Der ST-Stecker (Straight Tip) findet sich häufig in älteren Installationen. Typisch für ihn ist der Bajonettverschluss, der eine besonders sichere Verriegelung ermöglicht. So kann er sich nicht durch Vibrationen oder andere Umwelteinflüsse lösen. Allerdings weist der ST-Stecker eine hohe Einfügedämpfung und mögliche Messwertschwankungen bei mechanischer Belastung auf.

Der DIN-Stecker

Der DIN-Stecker

Der auch als LSA-Stecker bekannte DIN-Stecker ist im LAN-Bereich weniger zu finden – er wird hauptsächlich bei der Deutschen Telekom eingesetzt. Mit seiner auffälligen, einen Zentimeter langen Ferrule wird dieser Stecker vornehmlich auf Singlemodefasern eingesetzt. Durch den auch zum Einsatz kommenden Schrägschliff der Steckerstirnflächen kontaktieren sich bei dem LSA-Stecker die Steckerendflächen optimal – zugunsten guter Dämpfungswerte.

Der FC-Stecker

Der FC-Stecker

Das Haupteinsatzgebiet des besonders robusten FC-Steckers (Fiber Connector) sind normale und polarisationserhaltende Singlemodefasern: Er kommt in der Mess- und Medizintechnik sowie im Bereich der Laser-Faserkopplung zum Einsatz. Durch seinen Schraubverschluss bietet der FC-Stecker eine hohe Verbindungsstabilität. Die modernen Varianten sind meist mit einem Verdrehschutz ausgestattet, der das Überdrehen verhindert und dazu beiträgt, Faserbeschädigungen zu vermeiden. Auch der FC-Stecker weist oft einen Schrägschliff von 8° der Steckerendflächen auf.

Stecker mit 1,25 mm-Ferrule: Die Small Form Factor-Stecker (SFF)

Obwohl 2,5 mm-Stecker noch weit verbreitet sind, setzen sich Stecker mit 1,25 mm-Ferrule immer mehr durch. Schließlich bieten sie aufgrund ihrer kleineren Bauform eine wesentlich höhere Port- und Bestückungsdichte und reduzieren somit bei ihrem Einsatz an Routern, Switches oder Patchfeldern den benötigten Platz. Die 1,25 mm-Stecker werden deshalb auch gerne im Bereich der aktiven Netzwerktechnik eingesetzt.

Der LC-Stecker

Der LC-Stecker

Der wichtigste Stecker im SFF-Segment ist der LC-Stecker (Lucent Connector): Er benötigt in der Duplex-Variante nicht mehr Platz als ein gewöhnlicher RJ45-Stecker, ist aber auch in Einzelfaser-Ausführung zu haben. Seine Einsatzgebiete sind vorwiegend die aktive optische Übertragungstechnik, die Verkabelung von Rechenzentren sowie die 100GbE- und die LAN-Verkabelung. Der LC-Stecker weist eine geringe Einfügungsdämpfung von nur 0,2 dB und eine Rückflussdämpfung von bis zu 55 dB auf.

Stecker mit MT-Ferrule: Stecker mit hoher Packdichte

Die Mechanical Transfer (MT)-Lichtwellenleiterstecker sind mit einem rechteckigen Ferrulentyp ausgestattet, der mehrere Fasern aufnehmen kann: Zwei, vier, acht, zwölf Fasern lassen sich in einer Reihe verbauen – was die mögliche Packungsdichte noch einmal stark erhöht. Ein Pluspunkt bei allen Anwendungen, bei denen nur wenig Platz zur Verfügung steht: In Rechenzentren ist heute vor allem der MTP®/ MPO-Stecker vertreten.

Der MTRJ-Stecker

Der MTRJ-Stecker

Der MTRJ-Stecker findet sich häufig in älteren Rechenzentrums­installationen. Seine MT-Ferrule ist für zwei Fasern ausgelegt, die in einen Kunststoffblock eingebettet sind. Dieser Stecker weist eine vergleichbare Bauform wie der RJ45-Stecker auf – so ist ein Vertauschen der Hin- und Rückleiter ausgeschlossen.

Der MTP®/ MPO-Stecker

Der MTP®/ MPO-Stecker

Die maximale Packungsdichte bietet der standardisierte MTP®-/ MPO-Stecker (Multipath Push-On oder Multi-Fiber Push-On). Denn dieser Stecker kann bis zu 96 Fasern in einem einzelnen Stecker vereinen – und stellt damit die höchste Packungsdichte aller LWL-Steckverbinder bereit. Der MTP®-/ MPO-Stecker unterstützt Datentransfers mit Übertragungsraten bis zu 400GBit/s durch die Parallel Optik Technik.

Fazit

Wo wird der LWL-Steckverbinder eingesetzt? Wird er dabei häufig beansprucht? Welche Steckzyklen muss er gewährleisten? Oder sind besonders kompakte Abmessungen gefragt? Die Anwendung entscheidet auch über die Bauform und somit über die Wahl des geeigneten Steckers. Und diese Wahl sollte mit Bedacht getroffen werden, denn die Qualität des optischen Übertragungssystems hängt vor allem von den Eigenschaften und den übertragungstechnischen Parametern des LWL-Steckverbinders ab.

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