Glasfaserverkabelungen werden von Unternehmen und Privatanwendern immer stärker nachgefragt – das hat gute Gründe: Die enorm gewachsenen Datenmengen im Connected Home- und Smart Building-Bereich sowie der Bedarf nach hoher, stabiler Bandbreite gehören dazu. Aber wie lässt sich bei der optischen Übertragungsstrecke stets ein Maximum an Leistung erzielen?

Die eingesetzten LWL-Steckverbinder sind ein wesentliches Kriterium. Denn sie bilden nicht nur das direkte Bindeglied zwischen den Glasfaserstrecken, sie haben auch maßgeblichen Einfluss auf die Übertragungswerte. Bei den Steckern kommt es vor allem auf die Packungsdichte und die individuellen Dämpfungsraten an.

Maximale Packungsdichte? MTP®/ MPO!

Die höchste Packungsdichte stellt der standardisierte MTP®/ MPO-Stecker (Mulitpath Push-On oder Multi-Fiber Push-On) bereit. Er kann bis zu 96 Fasern in einem einzelnen Stecker vereinen und unterstützt Datentransfers mit Übertragungsraten bis zu 400GBit/s.

Der MTP®/ MPO-Stecker
Der MTP®/ MPO-Stecker
Der LC-Stecker
Der LC-Stecker

Auch die Small Form Factor Stecker bieten aufgrund ihrer kleinen Bauform eine hohe Port- und Bestückungsdichte an. Sie werden deshalb gerne im Bereich der aktiven Netzwerktechnik eingesetzt. Der wichtigste Stecker in diesem Bereich ist der LC Stecker (Lucent Connector), der bei Duplex-Einsatz nicht mehr Platz als ein gewöhnlicher RJ45-Stecker benötigt.

Was macht die Dämpfung aus?

Beste Dämpfungswerte lassen sich erzielen, wenn der richtige Steckertyp mit der optimalen Endflächengestaltung eingesetzt wird. Konvex geschliffene Endflächen (PC in den verschiedenen Leistungsklassen) verbessern dabei die Übertragungseigenschaften ebenso wie ein Schrägschliff (8° oder 9°) mit konvexen Endflächen (APC).

Besonders großen Einfluss auf die Dämpfungswerte haben aber auch raue Faserstirnflächen, die durch Verschmutzungen, Polierfehler oder Kratzer entstehen: Ein einziges Partikel im Faserkern kann bereits zu signifikanten Reflexionen und einer erhöhten Einfügedämpfung führen. Eine korrekte Steckerreinigung sollte deshalb oberste Priorität haben – auch bei Steckern, die noch nie gesteckt wurden (gemäß IEC14763-3).

Wie werden die Steckerendflächen gereinigt?

Um Verunreinigungen zu erkennen, werden die Steckerstirnflächen zunächst mit einem Mikroskop für LWL-Steckerendflächen kontrolliert. Bei Verunreinigungen sollten die Endflächen mit einem fusselfreien Tuch trocken gereinigt werden. Führt das nicht zum Erfolg, kann der Schmutz mit hochreinem Isopropyl-Alkohol oder Spezial-Reinigungsmitteln feucht angelöst und anschließend trocken nachgereinigt werden. Anschließend wird der Stecker noch einmal mit dem Mikroskop inspiziert, um den Erfolg des Vorgangs nachzuweisen.

Die Reinigungskassette
Die Reinigungskassette
Der Ferrulenreiniger
Der Ferrulenreiniger

Für die Reinigung von Patch-Steckern kommen üblicherweise Reinigungskassetten zum Einsatz. Zur Reinigung der Stecker in LWL-Kupplungen werden Ferrulenreiniger eingesetzt, die sich ideal an die Steckerstirnfläche anpassen und so eine optimale Schmutzentfernung ermöglichen.

Fazit

Nur durch eine korrekte Steckerreinigung ist gewährleistet, dass die Lichtwellenleiterverbindung ein Maximum an Übertragungsleistung erreicht. Durch die konsequente Überprüfung auf Verunreinigungen lässt sich langwieriges und vor allem teures Fehlersuchen effektiv vermeiden. Auch Beschädigungen an kostspieligen Messgeräten oder Switches, die durch die Übertragung von Schmutzpartikel entstehen können, werden so ausgeschlossen.

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