Wenn es um die schnelle Übertragung hoher Datenraten per Lichtwellenleiter geht, rücken im Rechenzentrumsumfeld vor allem MTP®/MPO-Komponenten (Mulitpath Push-On/ Multifiber Termination Push-On) in den Fokus. Denn allein schon die MTP®/MPO-Steckverbinder bieten in dieser Hinsicht zurzeit das Nonplusultra: Keine anderen Stecker mit SFF-Bauform (Small Form Factor) erreichen bislang eine so hohe Packungsdichte wie die MTP®-Markenstecker von US Conec oder die kompatiblen MPO-Steckverbinder.

Woran liegt das?

Die MTP®/MPO-Steckverbinder besitzen eine MT-Ferrule, die für die Multifaser-Aufnahme ausgelegt ist: 4- bis 144-Fasern lassen sich in nur einem Steckverbinder unterbringen. Mit dieser Eigenschaft eignen sich die Stecker optimal für den Einsatz in Rechenzentrum – sie sind nach ISO 11801 und EN 50173-5 für Rechenzentrumsanwendungen standardisiert.

Was ist mit den Dämpfungs­eigenschaften?

Bei der Rückflussdämpfung ist unter anderem die Endflächengestaltung ausschlaggebend. Dabei bieten die MTP®/MPO-Stecker zwei Endflächengestaltungssegmente an

  • Physical Contact (PC) weist konvex polierte Steckerendflächen auf
  • Angled Physical Contact (APC 8°) ist mit konvex geschliffenen Steckerendflächen sowie mit einer um 8 Grad zum rechten Winkel gekippten Faserachse ausgestattet

Singlemode-Komponenten sind nur noch im APC8°-Schliff erhältlich, da ansonsten die Rückfluss-Dämpfungswerte nicht eingehalten werden können.

Männlich oder weiblich?

MTP®/MPO-Steckverbinder gibt es als männliche oder weibliche Variante. Der männliche Stecker besitzt Metallführungsstifte, die beim Zusammenstecken für die richtige Faserausrichtung sorgen. Diese Stifte fehlen bei den weiblichen Steckern. Bei der Verkabelung muss also auf die passende Genderausrichtung geachtet werden, denn bei gleichgeschlechtlichen Steckern kommt keine optische Verbindung zustande.

Warum haben Kabelkonfektionen weibliche MTP®/MPO-Stecker?

Die Kabel bilden oft die Anschlüsse an MTP®/MPO-Transceiver oder sind als Streckenverlängerung vorgesehen – dementsprechend sind die optischen Transceiver und die Verteilerkassetten mit einem männlichen MTP®/MPO-Stecker ausgestattet.

Wofür sind optische Transceiver da?

Die optischen Transceiver sind für die Signalumsetzung und Übertragung verantwortlich – und bilden somit einen wichtigen Teil des Netzwerks. Aufgrund ihrer Bauform und der Parallel Optics haben die MTP®/MPO-Transceiver jeweils vier Sende- und Empfangseinheiten. Diese teilen zum Beispiel ein 100GbE-Signal in 4x25 GBit/s auf.

Und die Kabel?

Bei MTP®/MPO-Kabeln wird zwischen verschiedenen Belegungstypen unterschieden. Ein Typ A-Kabel stellt zum Beispiel eine 1:1 Verbindung her. Bei dem Typ B-Kabel ist die Anordnung der Glasfasern komplett gedreht – bei einem 12-faserigen Kabel kommt also Faser 1 auf Faser 12. In jeder MTP®/MPO-Übertragungsstrecke wird ein Typ-B-Kabel benötigt.

Für den Bereich Aktivtechnik eignen sich besonders Harness-Kabel mit 8- oder 12-Faser-Matrix.

12-fasrige MTP®/MPO-Kabel werden genutzt, um Platz bei der Verteilung von Glasfaserstrecken zu sparen.

Die Glasfaserstrecken werden in solchen Fällen von LC Transceivern auf MTP®/MPO- Kabel umgesetzt – und im Nachgang werden sie wieder auf LC umgesetzt.

Fazit

Gerade im Rechenzentrum muss auf möglichst kleiner Fläche eine hohe Leistung erzielt werden. Eine MTP®/MPO-Verkabelung lässt sich mit komplett konfektionierten Baugruppen schnell realisieren – und sorgt dank der schmalen Steckverbinder mit SFF-Bauform und den ebenso schmalen Kabeln für Platz und eine gute Belüftung im Rack. Und nicht nur das: Die MTP®/MPO-Komponenten bringen auch genau die richtige Geschwindigkeit und Leistung mit, um die hohen Datenraten im Rechenzentrum optimal zu verarbeiten.

Beitrag teilen: