Zu dick, zu dünn, zu lang, zu kurz, zu störrisch, zu instabil oder für die Umgebung nicht geeignet: Gar nicht so leicht, für die eigenen Netzwerkanforderungen das richtige Patchkabel zu finden. Doch wir verraten Ihnen, wo die Unterschiede liegen und worauf Sie achten sollten – dann klappt‘s auch mit der Wahl des Patchkabels.

Vor 20 Jahren war alles noch ganz leicht: Da bestanden die meisten Netzwerke gerade mal aus einem PC, dem Switch und vielleicht noch einem netzwerkfähigen Drucker. Doch heute stellen Computer, Drucker, HD-Videokameras, Fernseher, Voice over IP-Telefonie, Maschinen und viele weitere netzwerkfähige Geräte und Anlagen weitaus höhere Anforderungen an die Verkabelung. Parallel steigt das Datenvolumen, welches von den Anwendungsprogrammen (Software) benötigt wird und durch das Netzwerk transferiert werden muss.  

 

Welches Kabel kann die spezifischen Anforderungen am besten erfüllen?

In der Theorie erscheint die Beantwortung dieser Frage recht einfach. Ein Blick auf die verschiedenen Kategorien zeigt, dass dort zwar Cat.5e bis Cat.8.1 (Class I) aufgeführt sind – die Cat.3 spielt inzwischen kaum mehr eine Rolle. Ab Cat.5e wird es interessant, da die Cat.5e schon bis zu 1000BaseT übertragen kann. Am meisten verkauft werden heute RJ45-Patchkabel der Kategorie Cat.6 oder Cat.6A. Die Cat.6A überträgt 10GBaseT auf Strecken von bis zu 100 Metern verlustfrei im Channel Link (Normativ 90m Installationsstrecke und 2 x 5 m Patchkabel). Die Cat.7 konnte sich nicht durchsetzen, weil diese Kabel nicht mit RJ45-Steckern normativ definiert worden sind. Der Cat.8 hingegen wird die Zukunft gehören – vor allem für Rechenzentren sind die Übertragungsmöglichkeiten von 40 Gigabit pro Sekunde richtungsweisend.

 

Auch auf die inneren Werte kommt es an.

Für die richtige l Wahl des Patchkabels ist der Einsatzort ein wichtiges Kriterium. Soll das Kabel eine Outdoor-Videokamera anschließen? Muss es UV- oder ölbeständig sein? Oder liegt es sogar neben einer Stromleitung? In diesem Fall sollte es unbedingt gute Schirmeigenschaften (Stecker und Kabel) aufweisen: Die Schirmung ist ausschlaggebend in Bezug auf die elektromagnetische Verträglichkeit (EMV) und reduziert somit die elektromagnetischen Einstreuungen und Interferenzen.

Die Kabelbezeichnungen geben bereits über die Schirmung und den Kabelaufbau Auskunft: Ein S/FTP-Kabel besitzt zum Beispiel sowohl einen Geflechtschirm (S) für die Gesamtschirmung als auch eine Aderpaarschirmung, die aus einem Folienschirm (F) besteht. Ist das Kabel dann noch mit RJ45-Steckern konfektioniert, die eine 360° Schirmung gewährleisten, umfasst der EMV-Schutz alle Komponenten.   

Auch der Leiterdurchmesser des Patchkabels ist nicht unwichtig, der in AWG (American Wire Gauge) angegeben wird. Dabei gilt: Je geringer der AWG-Wert, umso größer ist der Leiterdurchmesser. In der Regel sollte dieser bei 24 bis 28 AWG liegen.

 

Lieber Kupfer oder ein beschichteter Leitungsdraht aus Aluminium?

CCA (Copper Clad Aluminium) – dahinter verbirgt sich ein mit Kupfer beschichteter Leitungsdraht aus Aluminium, der das Patchkabel günstiger machen kann. Nicht in jedem Kabel ist also automatisch ein Vollkupferleiter enthalten. Wer Wert auf ein langlebiges, qualitativ hochwertiges Kabel legt, sollte deshalb eher zu in Europa gefertigten Patchkabeln greifen, die beste Eigenschaften für bis zu 10 Gigabit Ethernet mitbringen. Dies ist immer in Bezug auf die Applikation zu sehen.   

 

Die Anwendung bestimmt die weitere Ausstattung

Und sonst gibt es für nahezu jeden Spezialfall das geeignete Produkt – von Long Link-Kabeln für Übertragungsstrecken von bis zu 90 Metern bis zum ultraflachen Kabel für eng bestückte Netzwerkschränke oder dem schleppkettentauglichen Kabel für industrielle Anwendungen ist alles dabei. Sogar leuchtende LED-Patchkabel sind am Markt erhältlich, mit denen sich unübersichtliche Kabelwege leicht nachvollziehen lassen.

 

Fazit

Es lohnt sich, vor einer Bestellung genau zu überlegen, welche Anforderungen an die Patchkabel gestellt werden – und danach die eigene Auswahl zu treffen. Und wer einfach nur ein gutes „Universalkabel“ sucht, kann sicher zu dem sehr flexiblen Cat.6A Superflex-Patchkabel greifen.   

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