Wer hauchdünne Einzelfasern von Glasfaserkabeln miteinander verbinden möchte, braucht eine sehr ruhige Hand – oder das richtige Werkzeug. Spleißen ist vor allem im Bereich Elektroinstallation eine nicht mehr wegzudenkende Thematik, wird es doch in Zeiten wachsender Glasfasernetzwerke immer häufiger angewendet.
Wir erklären Ihnen in 10 Schritten, wie Ihnen der Spleißvorgang gelingt. Dazu empfehlen wir den Ein-Achs-INFRALAN® Splicer. Ein kleines, handliches Gerät, das vor allem dort zum Einsatz kommt, wo für größere Spleißgeräte schier der Platz fehlt. Zumal eignen sich diese Geräte mit Faserhalter auch für Einsteiger.

Spleißen

Beim Spleißvorgang werden zwei Glasfaserkabel übergangslos durch thermische Verschmelzung miteinander verbunden.

Vorteil

Sehr geringe Dämpfungs- und Reflektionswerte, wodurch die Güte der Übertragungsstrecke nicht beeinflusst wird

Faserpigtails

Bei Faserpigtails handelt es sich um Stecker mit offenen Kabelenden. Diese lassen sich nach dem Spleißvorgang direkt an das Patchfeld anschließen

Schritt 1:
Spleißgerät und Faserhalter reinigen

Vor dem eigentlichen Spleißvorgang müssen Gerät und Faserhalter gründlich gereinigt werden.

Schritt 2:
Faserhalter wählen

Welchen Faserhalter Sie wählen, hängt vom Aufbau des Glasfaserkabels ab. Hierfür stehen verschiedene Modelle für unterschiedliche Faserdicken und -eigenschaften zur Verfügung.

Zu den verbreitetsten Faserhaltern gehören die 250-µ- und 900-µ-Fasern.

Einsatz von 250-µ:

v. a. Verlegekabel, die unter anderen zur Etagenverteilung, Haupteinspeisung eines Gebäudes oder für Weitverkehrsnetze verwendet werden

Einsatz von 900-µ:

Hohladermantelfaser in Form von Pigtails

Festmantelfaserpigtails oder Jumperkabel

Schritt 3:
Testfaser absetzen und reinigen

Der erste Schritt besteht hierbei darin, die Bündelader des Verlegekabels mit einem Bündeladerwerkzeug zu öffnen. Um das Coating anschließend abzuisolieren, sollten Sie eine Absetzzange verwenden. Danach muss die Faser sorgsam gereinigt werden.

Schritt 4:
Kalibrierung

Legen Sie zur Kalibrierung die abgesetzte und gereinigte Faser in den Faserhalter und dann in das Gerät ein und führen Sie diese zwischen den Elektroden hindurch.

Das Gerät muss sich nun an die jeweiligen Umweltgegebenheiten (Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Luftdruck) anpassen, die direkten Einfluss auf den gezündeten Lichtbogen haben, der zur Verschmelzung der beiden Fasern erforderlich ist.

  • Unser Tipp: Sie können die Kalibrierung für einen längeren Zeitraum nutzen, sollten sie mehrere Spleißungen vorbereiten. Als Faustregel gilt: Nach drei Stunden Pause oder einer Verlagerung des Arbeitsplatzes muss das Spleißgerät neu kalibriert werden.

Schritt 5:
Die zu spleißende Faser absetzen und reinigen

Nun beginnt der eigentlich Spleißvorgang: Setzen Sie hierzu nun die zu spleißende Faser mit dem korrekten Werkzeug ab und reinigen Sie diese danach gründlich mit hochreinem Alkohol und einem fusselfreien Tuch.

  • Unser Tipp: Behalten Sie das Spleißgerät im Auge! Dieses erkennt Verunreinigungen und blockiert in diesem Fall. So werden schlechte Spleißergebnisse direkt vermieden. 

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