Im zweiten Teil unserer Reihe, in der wir Fehlerquellen im Überwachungsnetzwerk aufdecken und Ihnen geeignete Lösungen vorschlagen, widmen wir uns dem Power over Ethernet (kurz PoE). Damit ist eine flüssige Verbindung auch über lange Strecken möglich. So können Sie Kameras auch auf Hallendächern oder Parkplätzen platzieren. Die Besonderheit: Die Stromversorgung erfolgt neben der Datenübertragung über ein einziges Netzwerkkabel – ein hoher Anspruch an die Leitung.

 

Tipp 4: Behalten Sie das Gesamtleistungsbudget im Auge

Vor der Installation muss die Gesamtleistung ermittelt werden, damit es nicht zu Ausfällen oder Störungen kommt. Die gängigsten Klassen sind PoE (max. Abgabeleistung: 15,4 Watt 802.3af) und PoE+ (max. Abgabeleistung: 34,2 Watt 802.at).

Lösung:

  • Erfassen und dokumentieren Sie hierzu alle verwendeten PoE-Geräte mit exakten Stromverbrauch ganz genau
  • Erfassen Sie auch etwaige Kleinigkeiten wie einen erhöhten Stromverbrauch der Kameras mit Heizung, Lüftung und integrierten IR-Strahler bei Dunkelheit im Vergleich zum normalen Tagesbetrieb

 

Tipp 5: Achten Sie auf die maximale Leistung der Ports

Nur selten können alle Ports eines Switches mit maximaler PoE-Leistung versorgt werden – auch wenn es im Datenblatt so angegeben wird. So kann ein PoE+-Switch mit 24 Port nicht 30 Watt IEEE802.3at, also insgesamt 720 Watt, pro Port liefern. Zum Vergleich: Das würde der Leistung einer 24 PTZ High Speed Dome Kamera entsprechen, die IR-Strahler und Heizung gleichzeitig betreibt.

Lösung:

  • Konfigurieren Sie das PoW-Verhalten der Switche individuell
  • Möglichkeit I: Nutzen Sie die integrierte Limitierung des PoE-Leistungsbudgets einiger Modelle
  • Möglichkeit II: Konfigurieren Sie das PoE-Leistungsbudget über spezielle Switch-Management Systeme, nutzen Sie hierbei auch die Abschaltpriorität. Dadurch ist eine flexible Planung möglich

    • Achten Sie darauf, den Primärswitch-Port zu deaktivieren oder ein Primärswitch ohne PoE-Funktion zu nutzen, um eine Kaskade zu einer falschen PoE-Klassifizierung der Endgeräte zu vermeiden

 

Bemerken Sie Kameraausfälle sofort

Tipp 6: Bemerken Sie Kameraausfälle sofort

Innerhalb des Betriebs kann es vereinzelt zu Kameraausfällen kommen. Sollte dieser Fall eintreten, wäre es natürlich von Vorteil, direkt eingreifen zu können, damit Sie nicht „auf einem Auge blind“ sind.

Lösung:

  • Setzen Sie die Videoswitche auf Layer 2/3-Basis, um Sie Ihre PoE-Leistung in Echtzeit überwachen zu können

    • Bei einem Kameraausfall wird die Kamera selbstständig neu gestartet oder es wird eine Fehlermeldung abgesetzt, wenn der Neustart fehschlägt
    • Nutzen Sie die Möglichkeit der Alarmmeldung über das Simple Network Management Protocoll (SNMP), um die Fehlermöglichkeiten einzugrenzen

  • Bei fortschrittlichen Videoswitchen können Sie die Funktion nutzen, PoE-Ports zeitversetzt zu aktivieren, um Lastspitzen beim Einschalten zu verhindern und einer möglichen Überlastung der Netzteile vorzubeugen

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