Compaq, DEC, Intel, IBM, Microsoft, NEC und Nortel präsentierten 1996 stolz den universellen seriellen Bus (USB 1.0), den sie gemeinsam entwickelt hatten. Inzwischen gehört die USB-Schnittstelle längst zum Standard bei PC-Datenverbindungen – und mit USB4.0 steht die nächste Version auch schon in den Startlöchern. Wir zeigen Ihnen, wie sich die Varianten unterscheiden, was es mit den Steckertypen A, B und C auf sich hat und welche Leistungen rund um die Daten- und Powerübertragung damit möglich sind.

Vor 25 Jahren ging es mit der Entwicklung des USB-Standards vor allem darum, externe Peripheriegeräte möglichst einfach und standardisiert mit einem Computer zu verbinden. Doch mittlerweile hat sich USB zu einer vielseitigen Schnittstelle entwickelt, die viel mehr leisten kann. Denn jede Weiterentwicklung brachte mehr Geschwindigkeit und mehr Power mit sich – aber auch andere Steckertypen und so manche Verwirrung.

Allein schon der Blick auf den heute gängigen Standard USB3.2 zeigt, dass die Unterschiede zu den vorherigen Versionen nicht sofort ersichtlich sind. Denn außerhalb von Typ C Kabeln sind die Änderungen vorwiegend im elektrischen Bereich zu finden, da die Kabel nun bis zu 3A ausgelegt sind. Für Typ C Kabel gibt es beispielsweise mit USB3.2 Gen 2x2 eine Spezifikation, die eine Datenübertragung mit bis zu 20 Gigabit pro Sekunde (Gbits/s) möglich macht. Der Vorgänger USB3.2 Gen.2, der besser als USB3.1 bekannt ist, schafft dagegen mit rund 10 Gbit/s gerade mal die Hälfte. Und tatsächlich stellt der USB 2.0 Standard immer noch die am häufigsten genutzten Variante dar – obwohl er nur eine Übertragungsrate von 480 Mbit mit sich bringt.

USB Version
(seit 2017)
USB Version
(vor 2017)
Bezeichnung Max. Speed Max. Strom Steckertypen
USB3.2 Gen 2x2 - SuperSpeed+ USB 20Gbps 20Gbit / 1800MB profilabhängig 1,5 – 5 A Typ C
USB3.2 Gen 2 USB3.1 Gen 2 SuperSpeed+ USB 10Gbps 10Gbit / 900MB profilabhängig 1,5 – 5 A Typ A, Typ C
USB3.2 Gen 1 USB3.1 Gen 1 SuperSpeed USB 5Gbit / 300MB profilabhängig 1,5 – 3 A Typ A, Typ C
USB3.2 Gen 1 USB3.0 SuperSpeed USB 5Gbit / 300MB 900mA Typ A; Typ B; Typ Micro-B
USB2.0 USB2.0 High Speed USB 480Mbit / 40MB 500mA Typ A; Typ B; Typ Mini-B; 
Typ Micro-B; Lightning

Und was ist mit den Steckern?

Bei den Steckern lassen sich nicht nur die USB-Typen A, B und C unterscheiden – sie stehen auch noch in Mini- und Micro-Varianten bereit. Von all diesen Steckern ist der USB-Typ-A nach wie vor am weitesten verbreitet: Er ist als USB2.0, USB3.0 sowie als USB3.1 und 3.2-Variante erhältlich und bildet an PCs, Smart TVs und Konsolen eine verlässliche Schnittstelle zu Tastatur, Maus, USB-Speichersticks und vielem mehr.

Typ A

USB 2.0

USB 3.0

USB 3.1/3.2

Typ B

USB Typ B-Stecker wurden oftmals für den Anschluss von Druckern, Scannern oder Fax-Geräten genutzt, doch hier sind sie inzwischen immer seltener zu finden. Sie werden ebenso wie ihre Mini-B und Micro-B-Varianten vom USB Typ C verdrängt. Die USB Micro-B-Schnittstelle sorgte aber lange Zeit bei Android-Smartphones für den richtigen Anschluss.

Typ B USB 2.0

Typ Mini-B USB 2.0

Typ Micro-B USB 2.0

Typ B USB 3.0

Typ Micro-B USB 3.0

Der Alleskönner: USB Typ C

Obwohl es den USB Typ C schon seit 2014 gibt, hat er sich erst in den letzten Jahren als Standard etabliert. Dabei kann dieser Stecker alles: Er liefert Strom und sorgt zugleich für die schnelle Datenübertragung – auch von Video- und Audio-Signalen bis zu 8K in bester Qualität. Über den so genannten Alternate Modus kann ein einziges USB-Type-C-Kabel als Universalschnittstelle also Datenleitungen wie HDMI, DVI oder DisplayPort abdecken. Die populärsten Varianten sind hierbei der DisplayPort-Alternate Mode bei Notebooks und die Thunderbolt3 Variante von Apple.

Sowohl Apple als auch Android-Handys nutzen diese Schnittstelle, denn sie bietet neben der hohen Datengeschwindigkeit auch Funktionen wie Power Delivery, welche ein sicheres Aufladen von Geräten wie Smartphones und Notebooks von bis zu 5A bzw. 100W erlaubt. Ein weiteres wichtiges Merkmal des Steckers gegenüber anderen USB- Steckern ist die Verdrehsicherheit, welche es erlaubt den Stecker nahezu „blind“ zu stecken, da das anzuschließende Gerät immer die richtige Richtung erkennt.

Und wie geht es weiter?

USB4.0 steht schon in den Startlöchern, eine Synthese aus USB und dem Thunderbolt-Standard von Intel. Damit lässt sich je nach Generation die Übertragungsgeschwindigkeit auf bis zu 40Gbit/s verdoppeln. So macht USB4.0 den Anschluss mehrerer Peripheriegeräte mit Highspeed-USB, DisplayPort-Grafiken und sogar Host-zu-Host-Verbindungen möglich. USB4.0 verwendet dabei den USB Typ C-Stecker mit 24 Pins und nutzt alle verfügbaren Leitungen. Und: Die Abwärtskompatibilität zu vorherigen USB-Standards ist weiterhin gegeben.

Eine tolle Sache also – wenn es schon genügend Geräte gäbe, mit denen sich USB4.0 nutzen ließe. Erste Geräte sollten Ende 2020 auf dem Markt sein, doch es wird wohl noch bis zu zwei Jahre dauern, bis es eine ordentliche Verbreitung entsprechender PCs und Endgeräte geben wird.

Fazit

USB A und Typ C werden auch zukünftig die beiden meistgenutzten USB-Schnittstellen sein. Dabei bietet USB Typ C echte Vorteile in Bezug auf Datengeschwindigkeit, Multi-Geräte-Anwendungen und die Stromversorgung von Endgeräten. Denn dieser Typ bildet eine Universalschnittstelle für Daten, Video, Strom/Power und Netzwerk. USB4.0 wird mit seiner Übertragungsgeschwindigkeit von bis zu 40Gbit/s vor allem in Sachen Geschwindigkeit punkten. Jedoch dauert es noch, bis auch die Geräte dafür zur Verfügung stehen.

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